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Über das Absetzen der Pille

Disclaimer: Ich kann und möchte hiermit keinen ärztlichen Rat ersetzen und auch nicht per se von der Pille abraten. Ich finde es wichtig, sich über die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen der Pille aufklären zu lassen. Erkundige dich bei deinem Arzt/Ärztin, was genau die Pille bewirkt, warum sie dir verschrieben wird und welche Alternativen es gibt. Ich persönlich hatte mich damals bei verschiedenen Gynäkologen über mögliche Alternativen beraten lassen. Aufgrund meiner Geschichte habe ich mich viel mit dem Thema Pille absetzen und Periodenverlust beschäftigt und möchte in diesem Beitrag mein Wissen und Erfahrungen darüber teilen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Pille abzusetzen? Dann, wenn es für dich passt!

Viele Frauen entscheiden sich für das Absetzen der Pille, weil sie schwanger werden möchten. Jedoch können auch bestimmte Medikamente, Nebenwirkungen der hormonellen Verhütung oder Gesundheitsrisiken das Absetzen bei manchen Frauen notwendig machen. Viele Frauen leiden unter den Nebenwirkungen wie z.B. sexueller Unlust, Stimmungsschwankungen, Pilzinfektionen oder einer unerwünschten Gewichtszunahme und suchen deshalb nach alternativen Verhütungsmitteln.

Nicht zuletzt entscheiden sich viele Frauen auch einfach gegen die Pille und somit gegen den Eingriff in ihren Hormonhaushalt, da sie sich damit nicht mehr wohlfühlen o.ä.

Wie funktioniert eigentlich die “Antibabypille”?

Die Pille besteht aus synthetischen Hormonen, welche unseren eigenen Hormonen zwar ähneln, jedoch nicht genau identisch mit ihnen sind. Diese führen weitgehend zu konstanten Hormonspiegeln und können langfristig die körpereigene Balance stören.

Je nach Art der Pille enthält sie ein Hormon oder eine Kombination aus mehreren Hormonen. Die meisten Kombinationspräparate zur Empfängnisverhütung enthalten die beiden weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gestagen. Über eine negative Rückkopplung melden diese dem Gehirn, dass genug Hormone im Blut sind und die Steuerhormone LH und FSH werden nicht ausgeschüttet. Diese wiederum sind für den Eisprung erforderlich. Man bezeichnet die Antibabypille deshalb oft auch als Ovulationshemmer. Ohne Eisprung kann keine Eizelle befruchtet werden, und eine Schwangerschaft kann somit nicht eintreten.

Weiterhin bewirkt das Gestagen eine Veränderung des Schleims im Gebärmutterhals, sodass die männlichen Samenzellen (Spermien) nicht mehr in die Gebärmutterhöhle aufsteigen können. Außerdem verhindert die Pille eine ausreichende Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich ein befruchtetes Ei nicht in der Gebärmutter einnisten kann.

Wenn die Pille nun die Rezeptoren blockiert und die Hormonbalance gestört ist, erfolgt von den Eierstöcken keine oder keine ausreichende Information an unsere Schaltzentrale. Der Regelkreis ist unterbrochen, die Ausschüttung der Hypophysenhormone unterdrückt. Ohne FSH und dem daraus resultierenden Östrogen besteht keine Eizellreifung und kein Eisprung, ohne LH und dem daraufhin gebildeten Progesteron kein Einnisten und ohne das physiologische Absinken der Hormonkonzentrationen von Östrogen und Progesteron keine echte Monatsblutung.

Diese synthetischen Hormone gelangen in unser Blutsystem, sie besetzen die Rezeptoren unserer eigenen Hormone, welche somit keinen Platz mehr haben. Unser zuständiges Hormon-Kommunikationszentrum im Gehirn gibt dann aufgrund der besetzten Rezeptoren den Eierstöcken den Befehl, die Produktion körpereigener Hormone einzustellen. Der normale Zyklus wird also unterbrochen und es findet kein Eisprung statt. Die erhöhte Einnahme von synthetischen Hormonen hemmt dauerhaft den Hypothalamus/Hypophyse und nach Beendigung der Pilleneinnahme dauert es oft einige Monate (bis zu sechs Monaten), bis der natürliche Prozess wiedereinsetzt.

Das Absetzen hormoneller Verhütung

Viele Frauen fürchten mögliche Nebenwirkungen nach dem Absetzen der Pille, doch das ist von Frau zu Frau verschieden und diese Nebenwirkungen sind in der Regel auch nur vorübergehend. Das Absetzen der Pille kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Jede Frau reagiert hier individuell – einige machen ausschließlich positive Erfahrungen und berichten davon, dass Wassereinlagerungen verschwanden, das Sexualverlangen wieder anstieg, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und körperliches Unwohlsein sich verbesserten. Jedoch gibt es auch Frauen, die – besonders in der Anfangszeit nach dem Absetzen – über Stimmungsschwankungen, Unausgeglichenheit, unregelmäßige Zyklen, Menstruationsschmerzen, Haarausfall oder Hautunreinheiten klagen.

Wichtig ist hier Geduld zu haben, dem Körper Zeit zu geben und ihn nach dem Absetzen der Pille bestmöglich zu unterstützen. Es dauert, bis sich dein Hormonhaushalt wieder eingependelt hat. Zudem kann die Pilleneinnahme – neben anderen Faktoren wie fettigem Essen, Alkohol, Rauchen, Medikamenten und Stress – zu einer Überlastung der Leber führen. Das wiederum wirkt sich auch negativ auf unseren Darm aus. Eine leistungsfähige Leber und ein gesundes Darmmilieu sind die Basis des hormonellen Gleichgewichts, darum habe ich ein paar Tipps für dich, wie du deinen Körper hier unterstützen kannst.

Den Körper unterstützen

Mit den folgenden Tipps kannst du deinen Körper und insbesondere die Leber und deine Verdauung unterstützen:

  • Bewegung
  • Bitterstoffe wie z.B. Chicorée, Löwenzahn, Rucola oder Artischocken können die Leber unterstützen
  • Lebensmittel wie Knoblauch, Rote Bete, Grapefruit, Grüner Tee und Kurkuma können die Funktion der Leber unterstützen
  • Ausreichend hohe Flüssigkeitszufuhr (ca. 35-40ml pro kg Körpergewicht)
  • Wärmende Leberwickel
  • Warme Mahlzeiten
  • Regelmäßige Mahlzeiten
  • Vollwertige, nährstoffreiche und möglichst unverarbeitete Mahlzeiten
  • Antioxidantien – diese schützen deinen Körper vor freien Radikalen, welche beispielsweise durch Umwelteinflüsse, Alkohol oder schlechte Ernährungsgewohnheiten entstehen. Zu den Antioxidantien zählen z.B. Vitamin C, Vitamin E, Zink oder das Coenzym Q10.
  • Verdauungsfördernde Gewürze
  • Ballaststoffe diese sind v.a. in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und grünem Blattgemüse enthalten
  • Probiotika bzw. fermentiere Lebensmittel können helfen, deine Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu zählen beispielsweise Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Tempeh oder Kimchi. Wichtig ist, dass diese Nahrungsmittel vorher nicht erhitzt wurden also auch nicht pasteurisiert sind.

Die Periode bleibt aus: POST PILL AMENORRHOE

Nach dem Absetzen einer hormonellen Verhütungsmethode kann es zu einem zeitweiligen Ausbleiben der Periode kommen. In diesem Fall spricht man von Post Pill Amenorrhoe. Besonders nach einer langjährigen Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln kann es eine gewisse Zeit dauern, bis sich der Körper von den synthetischen Hormonen erholt hat und dein Hormonhaushalt wieder in Balance ist.

Eine Dauer von bis zu 6 Monaten ist nicht untypisch. Das Zusammenspiel unserer Hormone ist sehr komplex und der Körper hat über einen langen Zeitraum Hormone von außen zugeführt bekommen. Somit braucht es seine Zeit bis sich der Körper von der Einnahme der Pille erholt und sich der normale Zyklus wiedereingestellt hat.

Nach 6 Monaten passiert immer noch nichts

Wenn nach dem Absetzen das Ausbleiben deiner Regelblutung länger als 6 Monate andauert ist eine Abklärung erforderlich, denn ein gesunder Körper sollte nach ein paar Monaten wieder in der Lage sein, sich von den künstlichen Hormonen erholt zu haben und die körpereignen Hormone wiederherzustellen. Dauert es länger, so hat das Ausbleiben der Periode vermutlich auch andere Ursachen, welche psychogener Natur sein können oder im Zusammenhang mit einer Gewichtsreduktion stehen.

Gründe für das Ausbleiben der Periode können beispielsweise natürliche Ursachen sein wie Schwangerschaft, Stillzeit oder die Wechseljahre. Doch auch Medikamente, bestimmte Erkrankungen und Stress können dazu führen, dass die monatliche Blutung ausbleibt. Eine weitere Ursache ist die hypothalamsiche Amenorrhoe, dazu findest du hier einen ausführlichen Beitrag sowie meine Erfahrungen damit.

Weitere Tipps für dein hormonelles Gleichgewicht:

Versuche aktiv daran zu arbeiten deinen Körper in dem Prozess der Rückkehr der Periode zu unterstützen. Und lass dir Zeit, gehe es entspannt an und setze dich nicht unter Druck. Du kannst auch ein Tagebuch schreiben und notieren, was sich bei dir so tut. Dein Körper wird dir diese liebevolle Achtsamkeit danken!

  • Achte auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr, den richtigen Körperfettanteil und insgesamt auf eine ausreichend hohe Energiezufuhr! Belaste deinen Körper in dieser Phase nicht zusätzlich mit Stress wie z.B. durch ein Kaloriendefizit oder ein exzessives Sportverhalten.
  • Reduziere ggf. dein Sportpensum und mache vermehrt ruhigere Yoga- oder Pilates Einheiten und schöne Spaziergänge.
  • Versuche auch mentale Belastungen und Stress zu vermeiden und beziehe genügend Ruhepausen in deinen Alltag ein.

Meine Erfahrung mit dem Absetzen der Pille

Ich hatte zum Glück keine Probleme oder Nebenwirkungen während der Einnahme der Pille. Der Grund, weshalb ich mich damals dazu entschlossen hatte sie abzusetzen war, dass ich einfach keine Hormone mehr zuführen wollte. Auch nach dem Absetzen hatte ich kaum Nebenwirkungen, das einzige was mir auffiel war, dass meine Periode ausblieb.

Mein Gynäkologe erklärte mir damals, dass es ein paar Monate dauern kann, bis sich der Körper von der Pille erholt hat und wieder im Gleichgewicht ist – also wartete ich ab. Doch auch ein Jahr später hatte ich immer noch keine Periode – es bereitete mir langsam Sorgen und erschien mir nicht normal.

Ich trainierte damals sehr viel (7x pro Woche Training war bei mir normal), ich hatte einen sehr geringen Körperfettanteil und hatte ein sehr restriktives Essverhalten. Es dauerte knapp 2 Jahre bis ich den Zusammenhang und die wirkliche Ursache für den Verlust meiner Periode “anerkennen” konnte und aktiv wurde.

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du in dieser Podcast- Episode:

Der Körper sagt uns auf seine Art und Weise, was nicht stimmt oder im Ungleichgewicht ist. Wir müssen nur lernen, diese Signale zu verstehen und richtig damit umzugehen.

Mache dir keinen Druck, sondern höre auf deinen Körper und taste dich in deinem eigenen Rhythmus an Veränderungen an.

Ich wünsche dir alles Gute auf deinem weiteren Weg!

 Deine Laura

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In meinem Online Kurs zeige ich dir den Weg zu einem gesunden Gleichgewicht. Bringe deine Hormone in Balance und fühle dich wieder wohl in einem gesunden Körper.

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